Über Uns

„Frauenbaustelle“ wurde im Oktober 2018 von Lona Tulinski und Ankuchka Kaczmarek gegründet. Wir freuen uns über den stetigen Zulauf von Bauhandwerkerinnen und Expertinnen und das damit Verbundene Wachsen unserer Arbeitsgemeinschaft.

Hier ein Überblick unseres politischen, ethisch-moralischen, sozialen, persönlichen und beruflichen Hintergrundes.

 

Warum „Frauenbaustelle“?

Immer mehr Frauen arbeiten auf dem Bau. Von der Planerin bis zur Handwerkerin. Doch immernoch ist es eine Männerdomäne. Was heisst das?

 

Für Planerinnen und Handwerkerinnen:
Fast alle BauFrauen berichten uns von den gleichen Problemen, mit denen sie konfrontiert werden. Lohnungleichheit im Betrieb, übergangen werden bei Beförderungen, nicht respektiert zu werden, sich ständig beweisen zu müssen um nicht kleingemacht zu werden, die automatische Annahme der Mann sei der Vorgesetzte, wenn man zu mehrt auftritt und natürlich all die sexistischen Sprüche, die einfach „dazuzugehören“ scheinen.
Die Reaktion darauf ist oft entweder ein Aufgeben des Berufes, oder aber eine Verhärtung des Selbst – eine Annahme des als männlich konnotierten Rollenbildes.

 

 

Für Bauherinnen:
Das klassische Familienmodell ist immer noch vorherrschend, aber schon lange nicht mehr exklusiv. Somit gibt es auch immer mehr Frauen, die Bauherrinnen sind.
Viele von ihnen haben Hemmungen Baugeschäfte und GU’s zu engagieren, weil sie befürchten sich dann mit männlichem Dominanzverhalten auseinandersetzen zu müssen.

 

 

Wir bieten für alle diese Frauen eine Lösung!

Es ist jetzt die Zeit, Frauen im Bauwesen zu fördern! Wir Frauen müssen solidarisch zusammenstehen und uns unsere eigenen Räume schaffen, aus denen heraus wir kreativ und aktiv hervortreten können.

 

 

In der Geschichte mussten wir uns immer selbst unsere Rechte erkämpfen und das ist auch heute so.

Wir, das Projekt Frauenbaustelle, tun genau das. Somit wollen wir nicht mit Dumpingpreisen auf dem Markt auftreten, sondern durch eine solidarische Bauwirtschaft mit gerechten Löhnen und anschliessend an den Gleichstellungsgedanken durch unsere Integrität bestechen.

Wir wollen mit natürlichen Baustoffen wie Lehm, Kalk, Stein und Holz und mit natürlichen Isolationslösungen arbeiten.

 

Für eine Welt, in der wir unsere Rohstoffe achten und Frauen sich nicht mehr in Männerdomänen durchschlagen müssen, sondern ihre gesamten Ressourcen in die Planung und Durchführung sinnvoller Baustellen stecken können.

Wer wir sind?

Lona Tulinski

[frauenbaustelle] Lenzburg Lehmofen Lona

  • Lehmbauerin
  • Bauhandwerkerin spezialisiert auf Naturbaustoffe
  • Unternehmerin

2015-2018 | Selbstverwaltete Ausbildung Lehmbau/ökologisches Bauen
2010-2015 | Studium der Soziologie an der Uni Hamburg (Schwerpunkt: Diskriminierungsformen)
2004 | Erste Erfahrungen im Bauen mit dem Baustoff Lehm

Mentoren:
– Ralph Künzler (Künzler Baubiologie/IG Lehm)
– Gilbert Bauman (Bauman’s SARL)
– Tim Wiethaler (Lehm und Kalk Wiethaler)
– Roderich Seefried (LebensRaum/Dachverband Lehm)
– Armin Ardi (Leembouw)
– Carl Gieskes (Tierrafino)

„Vor 15 Jahren hatte ich meine erste bewusste Begegnung mit Lehm als Verputz und es war Liebe auf den ersten Blick! So ein vielseitiger, sich selbst erneuernder, reversibler und in Verarbeitung und Nutzung gesunder Baustoff. In den folgenden Jahren hatte ich immer wieder das Glück an verschiedenen Orten in Europa mit Lehm bauen zu dürfen. Nach meinem Bachelorstudium der Soziologie hatte ich Weltschmerz. Zu sehen und zu verstehen was Menschen sich gegenseitig und der Umwelt antun war schlimm. Ich habe gemerkt, dass es nicht mein Weg ist mich weiter beruflich damit auseinanderzusetzen. Ich wollte lieber etwas tun, etwas sinvolles erschaffen. So entschied ich mich dafür Lehmbau zu lernen. In den letzten 4 Jahren habe ich dank meiner Mentoren viel Können und Wissen im ökologischen Bauen erlangt.

Die Idee zu „Frauenbaustelle“ entspringt meiner eigenen Erfahrung auf Baustellen sowie Gesprächen mit Bauhandwerkerinnen und Planerinnen. Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Anouchka und anderen Frauen unsere Ideen für eine ökologischere, nachhaltigere und sozialere Zukunft des Bauens konkret umzusetzen.“ Lona Phoenix Tulinski (07.11.2018)

Anouchka Kaczmarek

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  • MSc. Architektin ETH
  • Vorstand IG Lehm, Lehmfachverband Schweiz

2018 | Projekt Oxara „flüssige Erde“, ETH und Gnanli Landrou
2018 | Architektin bei Meier, Leder Architekten, Baden
2017-2018 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin ETH, Professur für Nachhaltiges Bauen
2017 | Architektin bei Bauart Architekten und Planer, Zürich
2013-2014 | Praktikantin bei Meili, Peter Architekten und agps architects, Zürich
2016 | Diplomarbeit an der ETH mit Auszeichnung SIA MASTERPREIS 2016
2010-2016 | Architekturstudium an der ETH Zürich, EPF Lausanne und RWTH Aachen (DE)

„In den 90er Jahren in Paris aufgewachsen war für mich Klimawandel immer ein gegenwärtiges Thema. Die Grossstadt hat mir ihre Grenze gezeigt und ich habe mir gewünscht in einer engeren Verbindung mit der Natur zu leben. Durch die in Frage Stellung meiner Ernährung und meine Yogapraxis habe ich angefangen mir Gedanken über meinen Platz im Universum zu machen. Wer bin ich und was möchte ich? Der spannende Weg der Achtsamkeit fasziniert mich und prägt alle Bereiche meines Lebens. Ich möchte das Leben in Freude geniessen und stehe für eine fröhliche Suffizienz. Nachhaltiges Bauen ist mein Ausdrucksmittel in der Welt und mich interessiert insbesonders den Einfluss, den Räume und natürliche Materialien auf die Beziehung von Mensch und Natur haben können. Der Bau braucht dringend neue Entwicklungen um der holistische, ökosystemrespektierende und ressourcenschonende Ansatz zu sein,den unsere Gesellschaft verdient.“ Anouchka Kaczmarek (30.10.2018)

 

Julia Malina Tulinski

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  • Malerin
  • Bauhandwerkerin

2008-2011 | Lehre als Malerin
2011-2015 | Malerin EFZ (vor allem im Renovationsbereich)

„Ich habe mich mit 14 Jahren dazu entschieden die Lehre als Malerin zu machen, weil mir die physischen und gestalterischen Aspekte des Berufes sehr zusagten. Nach Beendigung meiner Lehrzeit wurde mir jedoch relativ schnell bewusst, dass man als Frau auf dem Bau sehr viel darum kämpfen muss respektiert zu werden. Ausserdem geht es zu oft darum die Arbeiten möglichst schnell und günstig zu erledigen ohne Rücksicht auf die Umwelt, um Gewinn einzubringen. Diese Punkte haben der Freude an meinem Beruf einen ziemlichen Dämpfer verpasst und ich habe mich nach neuen Möglichkeiten umgesehen.

Nach mehreren Jahren weg von der Baustelle ermöglicht mir nun das Kollektiv Frauenbaustelle meine Fähigkeiten so einzusetzen, dass es meinen ökologischen und sozialen Ansprüchen ans Bauwesen gerecht wird. “ Julia Malina Tulinski (04.04.2019)

Lea Keller

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  • Bauhandwerkerin

  • Kreatives Gestalten

«Das Kollektiv Frauenbaustelle ermöglicht es mir meinen langgehegten Wunsch nach einer körperlichen und technischen Herausforderung anzugehen. Durch die projektbezogene Zusammenarbeit mit anderen Bauhandwerkerinnen kann ich meine gestalterischen und handwerklichen Fähigkeiten einbringen und weiterentwickeln. Es ist uns als Kollektiv von selbstständigen Bauhandwerkerinnen möglich Arbeitsabläufe und -aufteilungen so zu verwalten, dass Erfahrungen und Fähigkeiten zusammengetragen werden, was mir den Raum für effiziente und praxisbezogene Weiterbildung bietet.

Mein persönlicher Antrieb ist die Vielseitigkeit der Tätigkeiten, die Möglichkeit das Arbeitsklima bewusst sozial und respektvoll zu gestalten, die Idee anstelle eines Konkurrierens von einem kollektiven Fähigkeits- und Erfahrungsaustausch zu profitieren und natürlich, dass ich meine Zeit und Energie in sinnvolle, ökologische und nachhaltige Bauprojekte investieren kann. « Lea Keller (04.04.2019)

Ajda Hashemi

(Bild folgt)

  • Zimmerin
  • Bauhandwerkerin
  • Lehmliebhaberin

2017 – 2019 |  selbstständige Tätigkeit im Holz-, Garten- und Bühnenbau
      2014 – 2017 |  Lehre als Zimmerin

„Nachdem ich nach meinem Schulabschluss mehrere Jahre auf Reisen war, habe ich mich 2014 dazu entschlossen, eine Lehre als Zimmerin zu machen. Damals hat mich die Idee gereizt, mit dem natürlichenRohstoff Holz zu arbeiten, draussen zu sein und Dinge zu erschaffen. Während der Arbeit in konventionellen Handwerksbetrieben habe ich jedoch feststellen müssen, dass die gängige Arbeitsweiseweder für die Umwelt, noch für die Ausführenden selbst gesund und verträglich ist, da es meistens wichtiger ist, schnell, effizient und kurzfristig, statt umweltverträglich und nachhaltig zu bauen. Daher
habe ich mich umorientiert und eigene Baustellen im Holz – und Gartenbau durchgeführt.

Als ich dann vom Handwerkerinnenkollektiv Frauenbaustelle gehört habe, war ich sofort begeistert – es ist so toll, mit anderen Frauen zusammen zu arbeiten, die die gleichen ökologischen und sozialen Ansprüche an das Bauen haben wie ich! Besonders hat es mich gefreut, durch Lona den Baustoff Lehm kennen – und lieben
zu lernen. Unsere bisherige Zusammenarbeit fand ich super, und ich hoffe, dass im nächsten Jahr schöne gemeinsame Projekte folgen!“ Ajda Hashemi (07.10.2019)

 

Unterstützt und ergänzt durch einen stetig wachsenden Pool aus Bauhandwerkerinnen und Expertinnen.